Die Basis

Kreativität und NormPersönliche Spielräume

Klar, eine Norm ist wichtig für Stecker und Steckdosen. Es gibt Bereiche in unser Kulturen, bei denen eine Norm durchaus eine Berechtigung hat. Zum Beispiel in der Technik. Oder bei Schuhschachteln. Der Mensch aber, ausnahmslos jeder Mensch, taugt nicht zur Normierung. Jeder Versuch, Menschen gleichzumachen und über eine Normschablone zu ziehen, bringt einen gigantischen Verlust mit sich. Mit der Normierung verebbt die innere Lebendigkeit, die Phantasie, die Kreativität und am Ende oft der Lebensmut.

Der Mensch ist anders. Besonders und ungewöhnlich. Oft auch Fehlerhaft und ungereimt. Manchmal widersprüchlich und ungeklärt. Jeder Mensch ist sonderbar, eigenartig und verspielt. Solange er im kreativen Prozess ist.

Bedrückend und heftig bekommen wir im Alltag vorgespiegelt, wohin normierende Schablonen führen können: Sie enden zu oft in grausamen Ideologien und hölzernen Denkmustern. Haß gegenüber Fremden und Andersartigen wird genährt. Der normierte Mensch hinterläßt dann nur ein blasses Abbild seiner individuellen Existenz. Er wurde um seinen Spielraum beraubt. Oder sollten wir besser sagen, er ließ sich seinen Spielraum nehmen?

Einen persönlichen Spielraum zu haben, diesen zu pflegen, zurückzugewinnen oder auch zu erweitern ist deshalb die Basis für jedes kreative Schaffen.

Wir sind es heute gewohnt, im Sportstudio unsere Muskeln zu trainieren, den Kreislauf regelmäßig anzukurbeln und den Körper in Bewegung zu halten. Ohne ein aktives kreatives Bewegen verschenkt das Individuum aber eine Dimension, die stark mit der Freiheit und einem freieren Denken verbunden ist. Kreativität ist immer unnormal! Und dazu braucht es offene Spielräume.

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