Normalität

Ja klar, eine Norm ist wichtig für Stecker und Steckdosen. Aber wollen wir als lebendige Personen „genormt “ werden?

Betrachten wir kreative gestaltende Menschen genauer, sind diese alle unnormal! Der Mensch taugt nicht zur Normierung. Er ist kein Stecker. Und auch keine Steckdose.

Jeder Versuch , Individuen gleich zu hobeln und über eine Normschablone zu ziehen, bringt einen gigantischen Verlust mit sich. Durch glattschleifen und anpassen an Normen verebbt bei jedem die innere Lebendigkeit, die Phantasie, die Kreativität und am Ende leider oft auch der Lebensmut.

Der Mensch ist anders

Jeder Mensch ist besonders und ungewöhnlich. Oft auch fehlerhaft und unberechenbar. Manchmal widersprüchlich und spröde. Jeder Mensch ist in sich sonderbar, eigenartig und verspielt. Solange er in seinem kreativen Prozess bleibt.

Bedrückend und heftig bekommen wir im Alltag vorgespiegelt, wohin normierende Schablonen führen können: Sie enden zu oft in grausamen Ideologien und hölzernen Denkmustern. Haß gegenüber allem Fremden und Andersartigen wird genährt, wenn wir mit der Normschablone operieren. Der normierte, glattgebügelte Mensch hinterläßt dann nur ein blasses Abbild seiner individuellen Existenz. Er wurde um seinen Spielraum beraubt. Oder sollten wir besser sagen, er ließ sich seinen Spielraum nehmen?

Einen persönlichen und freien Spielraum zu haben, diesen zu pflegen, zurückzugewinnen oder auch zu erweitern ist deshalb die Basis für jedes kreative Schaffen. Wir sind es heute gewohnt, im Sportstudio unsere Muskeln zu trainieren, den Kreislauf regelmäßig anzukurbeln und den Körper in Bewegung zu halten. Ohne ein aktives kreatives Bewegen verschenkt das Individuum aber eine Dimension, die stark mit der Freiheit und einem freieren Denken verbunden ist. Der kreative Mensch ist immer unnormal. Er bewahrt, nährt und fördert sein Andersein.

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