Gepfefferter Zufall

Ist das spannend oder ganz banal, wenn Pfefferkörner auf ein weisses Blatt Papier fallen, oder wenn Regentropfen auf die Windschutzscheibe eines Autos rieseln?

Zunächst: Es fällt etwas „zufällig“ und bildet dabei Muster. Diese Strukturen, die wir im Entstehen beobachten können, ähneln sich in ihren Formen untereinander. Sie bilden Verkettungen, gruppieren sich, erzeugen wachsende Gebilde, erkennbare Figuren mit gemeinsamenen Identitäten. Und doch bleibt jede Form für sich einzigartig in ihrer Abweichung. Der beobachtbare Zufall ist hier eine unerschöpfliche Quelle für gestalterische Prozesse.

Gerade das Nichtvorhersehbare öffnet uns im Entstehungsprozess neue Wege. Wir können zufällige Ereignisse nutzen, um Ideen anzustoßen, zukünftige gestalterische Strukturen zu erahnen und neue Sichtweisen freizusetzen.

Die Tatsache, dass zufällige komplexe Abläufe prinzipiell nicht berechenbar sind – sonst wären sie ja nicht zufällig – und in ihrer fortschreitenden Entwicklung dadurch für unsere Wahrnehmung offen bleiben, bringt uns eine notwendige kreative Unschärfe. Jeder leise Windhauch, auch geringe Erschütterungen, Licht- und Wärmeänderungen, die anwesende Masse der Gegenstände in der Nähe, elektrische und elektromagnetische Ladungen, chemische Abläufe, Schallwellen, … alles beeinflusst das entstehende Muster bei seiner Ausformung.

Das Zufällige wird zum unerschöpflichen Spielfeld für neue Ideen. Deshalb bringt auch jede zufällige Begegnung mit dem Fremden und Unbekannten eine Chance zur Neugestaltung mit.