Klimaprojektion Europa

Klimaprojektion Europa 2023–2100
Klimaprojektion Europa 2023–2100
Spitzentemperaturen & Hitzewellen nach CMIP6-Ensembles · IPCC AR6 · Open-Meteo Climate API
Projektion für Deutschland (Ø) nach CMIP6-Ensembles. Unsicherheitsbänder zeigen ±1σ Modellstreuung über >12 Klimamodelle.
Referenz-Spitze Ø (1981–2010)
36,8 °C
Historische Baseline
Prognose 2050 (SSP2-4.5)
Prognose 2090 (SSP2-4.5)
Datensatz
Region
Was zeigt diese Grafik?
SSP1-1.9 – Best Case
Konsequenter Klimaschutz, Netto-Null bis 2050. Globale Erwärmung bleibt unter 1,5 °C. Hitzewellen nehmen leicht zu, bleiben aber beherrschbar.
SSP2-4.5 – Mittleres Szenario
Moderater Übergang zu erneuerbaren Energien. Globale Erwärmung 2,0–2,7 °C bis 2100. Wahrscheinlichster Pfad bei heutigen Politiken.
SSP5-8.5 – Worst Case
Fossile Energie dominiert weiter. Globale Erwärmung 4,4 °C bis 2100. Extreme Hitzewellen, massive Ernteausfälle, Kipppunkte möglich.
Methodik & Datenquellen: Die Kurven basieren auf dem CMIP6-Ensemble (Coupled Model Intercomparison Project Phase 6) – dem weltweit größten koordinierten Klimamodell-Vergleich mit >100 Modellen aus 49 Institutionen in 22 Ländern. Die Unsicherheitsbänder (schattierte Bereiche) zeigen die Modellstreuung von ±1σ über mindestens 12 Leitmodelle. Hitzewellen-Tage sind definiert als Tage, an denen die Temperatur mindestens 3 aufeinanderfolgende Tage über dem regionalen 90. Perzentil (1961–1990) liegt – eine Definition des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Spitzentemperaturen beziehen sich auf das jährliche Maximum der Tageshöchsttemperatur (TXx-Index).
Was SSP bedeutet: SSP steht für Shared Socioeconomic Pathway – gemeinsame sozioökonomische Pfade. Sie beschreiben keine Vorhersagen, sondern konsistente Szenarien: Wie entwickeln sich Bevölkerung, Wirtschaft, Technologie und Energienutzung? Das IPCC nutzt sie, um die Bandbreite möglicher Klimazukünfte darzustellen. Die Zahl hinter dem Bindestrich (z.B. 4.5) gibt den zusätzlichen Strahlungsantrieb in Watt pro Quadratmeter bis 2100 an – ein Maß für den zusätzlichen Energieeintrag ins Klimasystem.
Warum Nordeuropa sich schneller erwärmt: Die sogenannte Arktische Verstärkung (Arctic Amplification) sorgt dafür, dass sich der Norden des Kontinents rund 1,5- bis 2-mal schneller erwärmt als der globale Durchschnitt. Der Grund: Schmelzendes Meereis legt dunkle Wasserflächen frei, die mehr Sonnenwärme absorbieren – ein sich selbst verstärkender Prozess. Für Skandinavien bedeutet das vor allem mildere Winter, veränderte Niederschlagsmuster und eine zunehmend instabile Permafrostzone in den nördlichen Regionen. Quellen: SMHI (Schwedisches Meteorologisches Institut), BACC II Report, IPCC AR6 Kapitel 11.
Warum Südeuropa der härteste Treffer trifft: Das Mittelmeer gilt als einer der größten Klimawandel-Hotspots der Welt. Die Region erwärmt sich bis zu doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Hitzewellen, die heute als Extremereignis gelten, werden bis 2100 im Worst Case zur Normalität: Über 90 Hitzewellen-Tage pro Jahr sind in Teilen Spaniens, Italiens und Griechenlands möglich. Wasserknappheit, Waldbrandrisiko und Ernteverluste verstärken sich gegenseitig. Quellen: MedECC (Mediterranean Experts on Climate and Environmental Change), Copernicus C3S, IPCC AR6.
Modelle & Datenquellen
Open-Meteo Climate API CMIP6-Ensemble IPCC AR6 WG1 (2021) NASA GISTEMP v4 NOAA GHCNv4 Copernicus C3S ERA5 DWD Klimaatlas SMHI (Schweden) MedECC Report 2020 BACC II (Nordeuropa) MPI-ESM1-2-HR EC-Earth3-Veg GFDL-ESM4 HadGEM3-GC31-LL CNRM-CM6-1
Grafik: Thomas Schmenger / medientanz.de · Daten: CMIP6 / Open-Meteo / IPCC AR6