

Hallo, ich bin Thomas Schmenger.
Medientanz ist mein Versuchslabor – ein Ort, an dem ich Dinge zusammenbringe, die normalerweise nicht am selben Tisch sitzen. Kunst trifft auf Wissenschaft, Design auf Philosophie, digitale Codes auf analoge Naturerfahrungen. Nicht, weil das besonders originell klingt, sondern weil mich die Zwischenräume interessieren. Die Übergänge. Die Momente, in denen eine Disziplin der anderen ins Wort fällt und plötzlich etwas Neues entsteht.
Warum Medientanz?
Weil wir alle tanzende Medien sind. Wir vermitteln ständig – zwischen innen und außen, zwischen uns und anderen, zwischen Ideen und ihrer Wirklichkeit. Wir atmen dieselbe Luft, trinken und pinkeln dasselbe uralte Wasser, das schon durch etliche Dinosaurier und Tyrannen geflossen ist. Wir verfallen der Illusion vom getrennten Ich, nur weil unsere Atemströme ohne färbende Hilfsmittel unsichtbar bleiben. Diese Verbundenheit ist keine Esoterik, sondern schlichte Stoffwechsel-Realität. Wir sind Tauschwesen.
Tanzen? Weil starre Weltbilder uns nicht weiterbringen. Weil wir beweglich bleiben müssen – im Denken, im Fühlen, im Handeln.
Was mich umtreibt
Zwischen unserer analogen Natur und der digitalen Medienwelt liegt ein weites Feld voller Fragen: Bedroht uns künstliche Intelligenz, oder hilft sie uns, klüger zu gestalten? Können wir eine lebenswerte Zukunft entwerfen, oder werden wir zunehmend machtlos gegenüber digitalen Monstern, die wir selbst erschaffen haben?
Wie lösen wir uns aus egozentrischen Denkmustern? Können wir Macht entwickeln, wo es Sinn macht? Können wir uns wertschätzend austauschen, statt vereinzelt zu grübeln? Und ganz praktisch: Werden wir am Ende auch noch alle satt?
Unsere komplexe Welt braucht keine vorschnellen Antworten. Sie braucht unbequeme Fragen. Und Menschen, die sich trauen, sie gemeinsam zu stellen.
Ein Spiel- und Experimentierraum
Medientanz ist ein offener Raum, in dem sich Ideen begegnen dürfen – tastend, neugierig, mit integrierten Widersprüchen und ohne Angst vor produktiven Reibungen. In kleinen Häppchen. Ohne feste Sitzordnung. Ein Ort zum Spielen und Experimentieren.
Ich mag den Zufall. Er erinnert uns daran, dass nicht alles planbar ist – und gerade darin oft Sinn entsteht. Gestaltung beginnt für mich dort, wo Systeme porös werden und Gedanken Luft holen dürfen. In Resonanzräumen, nicht in Schubladen.
Eine Einladung
Der Philosoph Bruno Latour hat uns daran erinnert, dass unsere bewohnbare Erde eine hauchdünne Schicht ist – die „Kritische Zone”, wie er sie nannte. Nur wenige Kilometer zwischen Erdkruste und Atmosphäre, in denen sich alles Leben abspielt: Alles, was in dieser lebendigen Zone selbstverständlich wirkt, erweist sich bei genauerem Hinsehen als unglaublich fragil. Nichts ist stabil und auf ewig garantiert. Arten sterben Massenhaft. Gewissheiten zerbröseln. Manche Überzeugungen entlarven sich als Illusion.
Also: Lass uns tanzen. Lass uns hinschauen, zweifeln, verlernen und neu entdecken. Nicht alleine. Gemeinsam. Auf unserer Durchreise durch diese dünne, kostbare Schicht, die wir Leben nennen.









