Ob ChatGPT, Gemini oder Claude – textbasierte KI-Systeme sind längst im Alltag angekommen. Doch wie funktionieren sie wirklich, und wo liegen ihre Grenzen? Sieben Punkte für einen realistischen Blick.

Ein digitaler Assistent
Die KI übernimmt Routinen: sichtet Mails, schlägt passende Formulierungen vor, durchsucht in Sekundenschnelle ganze Bilderfluten und liefert dir auf jede Frage eine Antwort. Was dabei für dich herausspringt, sind vor allem Tempo und Komfort – nicht jedoch ein tieferes Verstehen dessen, was da eigentlich geschieht.
Plausibel, nicht wahr
Was dir das System serviert, tritt meistens selbstbewusst auf, rund und wie aus einem Guss. Tatsächlich liefert es dir aber nur das statistisch Wahrscheinlichste aus seinem Datenfundus – und das ist eben nicht automatisch dasselbe wie das Wahre oder Richtige.
Collagen aus Bekanntem
Die Texte und Bilder, die der Algorithmus ausspuckt, wirken auf den ersten Blick neu und eigenständig. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sie sich jedoch als Collagen aus bereits Bekanntem – Muster und Versatzstücke, die lediglich neu arrangiert wurden. Sie schaffen keine Originale, sondern überzeugende Variationen.
Verstehen ohne Verständnis
Wovon spricht das Modell eigentlich, wenn es antwortet? Genau genommen: von nichts, denn es weiß es selbst nicht. Ihm fehlt schlicht jedes Gefühl für Bedeutung, Wahrheit oder die Tragweite dessen, was es formuliert – diese interpretatorische Arbeit bleibt komplett an dir hängen.
Die Neigung zur Erfindung
Überall dort, wo ihr Informationen fehlen oder Zusammenhänge unklar sind, improvisiert die Software einfach weiter. Sie ergänzt Lücken, erfindet Details hinzu und konstruiert sich ihre eigene Plausibilität – diese sogenannten Halluzinationen, ein Fachbegriff für algorithmische Erfindungen, sehen dabei oft täuschend seriös aus.
Gefilterte Perspektiven
Empfehlungen, die dir ein KI-System ausspricht, basieren immer auf Daten, erkannten Mustern und eingebauten Vorannahmen. Was du am Ende zu sehen bekommst, wurde längst vorselektiert und durch verschiedene Filter geschleust – objektiv ist das nicht.
Wo die Verantwortung bleibt
Ganz gleich, ob es um eine Kaufentscheidung geht, um die Recherche für ein Projekt oder um deine persönliche Meinungsbildung: Die Technologie kann dich dabei unterstützen und beschleunigen, aber sie kann dich eben nicht ersetzen. Das Urteilen, das Abwägen, das kritische Denken – all das bleibt am Ende deine ureigene Aufgabe.

