
Alles ist im Werden.
Unsere Wirklichkeit besteht nicht in erster Linie aus isolierbaren Dingen, sondern aus Wechselwirkungen, Rhythmen, Rückkopplungen, Resonanzen. Ein Fluss ist nicht einfach da. Er ist Übergang, Bewegung, Reibung, Verlagerung. Er ist Form und Verformung zugleich. Genau in diesem Bild beginnt das, was hier fluides Design genannt werden soll: ein Denken, das nicht vom festen Gegenstand ausgeht, sondern vom Prozess; nicht von der Stabilität als Voraussetzung, sondern von Stabilisierung als Zwischenergebnis; nicht von der abgeschlossenen Form, sondern von der Form im Werden.
Ganz praxisnah: Indem wir alle möglichen Formen der Gestaltung im permanenten Prozess erkennen, verändern wir unseren Blick auf Bestehendes. Demokratien und Diktaturen, rechtliche Formen, soziale Beziehungen, wirtschaftliche Strukturen. Sogar für jeden harten Stein gilt: Alles ist im Werden. Das Fertige ist eine Illusion.
