Das Böse

Eine Spurensuche

Hannah Arendt saß 1961 im Gerichtssaal in Jerusalem und schaute sich Adolf Eichmann an – und sah keinen Teufel, sondern einen Langweiler!

Kann das sein? Kann jemand, der Hunderttausende in den Tod schickte, einfach nur öde sein?

Aus dieser Begegnung entstand eine der verstörendsten Thesen des 20. Jahrhunderts:

Das Böse ist banal. Eichmann hatte nicht aus Hass gehandelt, nicht aus Sadismus. Er hatte Befehle ausgeführt, Karriere machen wollen, seine Arbeit ordentlich erledigen wollen. Er hatte – und das war für Arendt das Entscheidende – nie wirklich nachgedacht.