Gottesanbeterin

Die Mantis religiosa, hat eine beeindruckend lange Geschichte, die weit in die Vergangenheit der Erdgeschichte zurückreicht. Fossile Funde zeigen, dass Vorfahren der Gottesanbeterin bereits vor etwa 135 Millionen Jahren, also in der frühen Kreidezeit, existierten. Diese frühen Gottesanbeterinnen lebten zur Zeit der Dinosaurier und gehörten zu einer Gruppe von Insekten, die sich während des Mesozoikums entwickelt haben.

Während dieser Zeitspanne erlebte die Erde dramatische Veränderungen in Klima und Flora. Die Kreidezeit war geprägt von der Entstehung der Blütenpflanzen (Angiospermen), die eine große Nahrungsquelle für viele Insektenarten darstellten. Vermutlich haben sich Gottesanbeterinnen zusammen mit diesen neuen Pflanzenformen entwickelt und ihre heutige jagende Lebensweise bereits damals ausgeprägt.

Die ältesten Fossilien, die eindeutig der Gruppe der Mantodea (Gottesanbeterinnen) zugeordnet werden können, stammen aus Myanmar und wurden in Bernstein konserviert. Sie geben uns Aufschluss über die Evolution dieser faszinierenden Raubtiere, die über Millionen von Jahren hinweg fast unverändert geblieben sind.

Im Laufe ihrer Evolution haben sich die Gottesanbeterinnen in verschiedene Arten diversifiziert und an unterschiedliche Lebensräume angepasst. Heute existieren weltweit über 2400 Arten von Gottesanbeterinnen, die in verschiedenen Klimazonen und geografischen Regionen zu finden sind.

Dieser evolutionäre Erfolg, gepaart mit ihrer Fähigkeit, sich an neue Umweltbedingungen anzupassen, macht die Gottesanbeterin zu einem der ältesten und gleichzeitig beständigsten Raubtiere der Insektenwelt. Ihre heutige Präsenz in Europa und anderen Teilen der Welt ist das Ergebnis eines langen evolutionären Prozesses, der in den Tiefen der Erdgeschichte begann.