Das Wort klingt nach Bürokratie. Ist es aber nicht. Oder zumindest: nicht nur.
Governance kommt aus dem Englischen und bedeutet schlicht Steuerung oder Regelung. Im Kontext von KI und Design meint es die Frage: Wer entscheidet eigentlich – und nach welchen Regeln?
Drei einfache Fragen helfen, es zu greifen:
Wer gibt frei? Bevor ein KI-generiertes Designergebnis verwendet wird – wer schaut drüber? Wer sagt: „Ja, das geht so”? Ohne klare Freigabeprozesse passiert es leicht, dass niemand wirklich Verantwortung trägt.
Wer haftet? Wenn eine KI eine schlechte Entscheidung trifft – eine irreführende Nutzeroberfläche, ein diskriminierendes Muster – wer ist dann verantwortlich? Der Designer? Das Unternehmen? Der Anbieter der KI? Governance-Strukturen definieren genau das.
Nach welchen Maßstäben wird bewertet? Was gilt als gutes Ergebnis? Effizienz? Fairness? Ästhetik? Barrierefreiheit? Diese Werte müssen irgendwo festgeschrieben sein – sonst optimiert die KI ins Leere, oder schlimmer: nach den falschen Zielen.
Kurz gesagt: Governance-Strukturen sind das Regelwerk im Hintergrund. Sie sind unsichtbar, solange alles gut läuft. Sichtbar werden sie erst, wenn etwas schiefgeht – und dann ist die Frage, ob sie überhaupt vorhanden waren.
Im KI-gestützten Design sind sie deshalb keine Kür. Sie sind Pflicht.
