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Medientanz ist ein experimentelles Forum für spielerische Begegnungen. Mit Medienmodulen aus bewegten und starren Bildern, Performances, Ideen und Klängen pendeln wir zwischen vertrauten und fremden Welten.


Hallo. Mein Name ist Thomas Schmenger. Geboren bin ich in der Stadt in der auch Hugo Ball geboren wurde und heute bin ich ein leidenschaftlicher Sammler. Ich sammle unter anderem raue und ungezogene Klänge. Gefrorene und laufende Bilder. Kleine Ideen und dann auch skurrile und eigenartige Momente zwischen und von Menschen.

Mit dieser Sammlung spiele und experimentiere ich, montiere und manipuliere die entstandenen Elemente im Arbeitsprozess und stelle die Teile dabei in einen neuen Zusammenhang. Bilder, Klänge, Performances, Bewegungen. Es ist ein offenes Spiel mit Begegnungen. Vom Zufall genährt, oft auch dann wieder genau kalkuliert experimentiere ich mit Medien.


Wo kommen unsere Ideen her?
Und wem gehören sie eigentlich, unsere Einfälle?
Was ist normal – und wo ist das Normale wichtig?
Und was taugen Tabus?
Wie gelingt es uns, etwas zu entwerfen und weiterzugeben?
Was ist kreative Freiheit, was ist Kunst – und brauchen wir das alles heute immer noch in der gewohnten Form?
Wo enden unsere individuellen Freiräume, unsere persönlichen Spielräume?
Wie spielt das alles zusammen: Menschen, Bäume, Steine, Wetter – und der Kaugummi, der lästig auf der Strasse klebt?
Es sind offene Fragen, die sicher vielen Kreativen in der Beobachtung und im Arbeitsprozess aufkommen.

Langsam – oft schwerfällig – dämmert es uns doch allen: Es hängt alles miteinander zusammen. Alle Menschen, alle Dinge, Prozesse – auch dieser klebrige Kaugummi sind miteinander verbunden und fein verwoben. Ausnahmslos.

Dem versuche ich in meinen Aktionen nachzuspüren.

Eine weitere Erzählung unserer Zukunft

Unsere individuellen und gesellschaftlichen Aufgabenstellungen beginnen sich rasant zu wandeln. Wir leben offensichtlich in einer spannenden Zeitenwende, im der sich vieles transformiert und in der verstaubte alte Gewissheiten zu wackeln und zu bröseln beginnen.

Wir leben in einer Zeit, in der sich viele Dinge und unsere Weltvorstellung neu ordnen wollen. Und viele spüren auch: Unsere soziale Situation und unser Verhältnis zu unserer Umwelt stecken in einer tiefen existenziellen Krise. Es werden Rufe nach einer unausweichlichen und umfangreichen Transformation lauter. Wir sollten die Welt neu fühlen und denken!

Es braucht für kommende Prozesse – für unsere gemeinsame Zukunft – dann auch viele Versuche, Ideen, spielerische Aktionen, behutsame Experimente und offene und neugierige Fragen. Von uns allen.
Und am Ende auch die Bereitschaft, zu scheitern und zu irren – um immer wieder neu gestalten zu können. Unsere erwärmte gemeinsame Kreativkraft ist gefordert. Es beginnt ein Spiel außerhalb des Gewöhnlichen, denn die alten Gewohnheiten werden nicht mehr funktionieren. Und – nur so kann unsere Zukunft eine frische Gestalt annehmen.

Würzende Module

Mit meinen experimentellen medientanz. Modulen versuche ich, in diesen Umformungsprozess etwas Würzendes einzustreuen. Performance – Aktionen, die von unerwarteten Begegnungen genährt werden. Oder auch kleine und holprige Bewegungen, schräge Gesten. Unerhörtes. Auch absurde, dramatische oder auch luftige und heitere Momente interessieren mich. Sie alle erzählen von einer Welt, die gleichzeitig verbogen und fremd, dann auch wieder offensichtlich wird. Dazu nutze ich multimediale Bausteine, die sich immer wieder neu ordnen lassen.

Die Poesie der bewegten Ideen

Medien transportieren als Mittler immer auch offene Ideen. Kein Medium bleibt beim genaueren Untersuchen inhaltslos und stumm. Selbst sehr kleine und unscheinbare Impulse wirken auf das ganze Gefüge. Manche sehr stark, andere weniger. Und hier entsteht auch die spannende Frage, wo unsere Ideen her kommen, wie sie uns verändern und wieso sie sich entwickeln oder weiterentwickeln wollen.

Auch die Einfälle, die im weiten Feld der Kunst und des Designs entstehen, wirken im alltäglichen Umfeld weiter. Selbst ganz kleine und unscheinbare Impulse wirken. Sie verändern unser Denken, Fühlen und Handeln. Es ist deshalb auch weniger interessant, eine Idee nur zu haben und damit als persönlichen Besitz zu konservieren. Denn Ideen brauchen von ihrem Wesen her Luft. Sie wollen nicht eingesperrt werden. Ideen werden erst wirklich lebendig, wenn sie einen offenen Spielraum vorfinden. Einen freien Raum, indem sie tanzen können. In dem sie sich verbreiten können, indem sie sich verdichten und vervielfältigen lassen. Alle, die an diesem Ideentanz aktiv teilnehmen, verändern diese Welt. Und die wirklich brauchbaren und dichten Ideen fliegen dann oft etwas weiter …

Temporäre Einfügungen

Zur Belebung der Prozesse entwickle und nutze ich einfache und kompakte Medienbausteine. Diese “unfertigen” Medienfragmente bestehen aus Bildern, Videos, Gegenständen, Klängen und Texten. Spielerisch und experimentell werden sie zu kleinen Bausteinen, die untereinander frei, gezielt oder auch intuitiv kombinierbar sind. Mein Anliegen ist es, mit diesen multimedialen Elementen an einer lebendigen, durchlässigen und spielerischen Ideenwelt mitzuwirken. Ich nutze die modularen Bausteine bei Kunstaktionen, Videos, Vorträgen und Performances. Als Impulse  für ein offenes und sich immer wieder veränderndes Spiel …

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