Wie können wir unseren persönlichen Bewegungsraum vergrößern?

Hallo, ich bin Thomas Schmenger, Künstler und Designer. Meine Arbeitsmittel sind unter anderem Klangmodule, bewegte und starre Bilder, manchmal auch Gegenstände und ein paar provozierenden Vorgaben. Damit entwickeln wir – zusammen mit Performance-Teilnehmern – kleine bewegte Szenen.

Tanz der Medien

Im Prozess entsteht ein Spiel mit ungewöhnlichen, ungeplanten und zufälligen Begegnungen. Die teilnehmenden Personen lassen sich dabei auf etwas Fremdes ein.

Es entwickelt sich ein komplexes Spiel im nicht kalkulierbaren Prozess. Alles beeinflusst sich wechselseitig. So entsteht neue und außergewöhnliche Performances.

Entscheidend für den ganzen Vorgang ist der Raum, in dem eine Bewegung ablaufen kann. Es ist ein geregelter Spielraum mit eigenen Grenzen. Und innerhalb dieser Grenzen läuft ein bemerkenswertes Spiel ab, in dem wattige Tabus und Bewertung wenig Platz finden. Der Spielraum bietet den Akteueren die Möglichkeit einer freien und ungehemmten Aktion. Sie können etwas ausprobieren, was „man“ sonst nicht macht.

Drei einfache experimentelle Spielregeln bilden einen Rahmen:

1.Wir einigen uns auf einen räumlich und zeitlich begrenzten Spielraum.

2. Wir bewegen uns leicht „verrückt“ und auffällig.

3. Und, ganz wichtig – wir bewerten und urteilen nicht.

Es ist erstaunlich, wie leicht ungewöhnliche Ideen freigesetzt werden, wenn wir experimentell ein paar Bedingungen ändern. Die Einfälle dazu quellen dann aus jedem Teilnehmer.

Mit diesen einfachen Vorgaben eröffnen sich die Akteure maximalen Freiheit in einem begrenzten Spielraum. Sie wagen es, ungewöhnliches und ungehöriges auszuprobieren.

Damit Bewegungen angeregt werden, nutzen wir vorhandene Medienmodule: Sounds, Begriffe und Greifbares. Auch Bilder stimulieren und provozieren den Prozess.

Aus den jetzt entstehenden Performances picke ich mir interessante Sequenzen heraus, manipuliere diese etwas und erzeuge daraus ein neues Modul für weitere Aktionen.

Modularer Baukasten

In den letzten Jahren sind durch viele Performance – Aktionen und Studioarbeiten kleine modulare Einheiten entstanden. Videos & Fotos, Texte und Klänge. Mit dieser Sammlung spiele ich, montiere und manipuliere die entstandenen Elemente im Arbeitsprozess und stelle die Teile dabei in einen neuen Zusammenhang.