Wer macht was? Eine pragmatische Ordnung
Aus der nüchternen Rechnung ergibt sich eine funktionale Arbeitsteilung. Für den Straßenverkehr im Alltag ist die Batterie der effizienteste und skalierbarste Pfad. Wasserstoff gehört dorthin, wo hohe Energiedichten, Prozesswärme oder spezielle Anforderungen die direkte Elektrifizierung erschweren – vor allem in der Industrie und im schweren Verkehr. E-Fuels bleiben für wenige Nischen reserviert, etwa in der Luftfahrt.
Diese Trennung ist kein Dogma, sondern eine pragmatische Ordnung nach Nutzen und Aufwand. Sie respektiert die Vielfalt der Anwendungen, ohne die knappe Ressource erneuerbare Energie zu verschwenden.
Technologieoffenheit ist kein Programm
Technologieoffenheit klingt großzügig, ersetzt aber keine Prioritäten. Wenn alles gleichzeitig gefördert wird, droht die Wirkung zu verpuffen. Investitionen sollten dort ansetzen, wo pro eingesetzter Kilowattstunde der größte Klimaeffekt zu erwarten ist. Das spricht für Elektrifizierung als Leitstrategie, ergänzt durch gezielte Programme für Wasserstoff und E-Fuels in klar begrenzten Bereichen.
Eine solche Fokussierung ist politisch unbequem, weil sie Abschied von vertrauten Pfaden verlangt. Aber sie ist notwendig, wenn die Transformation nicht im Nebel aus Ausnahmen und Übergangslösungen stecken bleiben soll. Und wenn unser Luft abgasfrei werden soll.
Am Ende entscheidet der Alltag
Technische Eleganz allein reicht nicht. Menschen entscheiden nach Alltagstauglichkeit: Reichweite, Ladezeiten, Verfügbarkeit, Kosten. Viele der frühen Einwände gegen Elektromobilität sind bereits abgeschwächt. Die meisten Wege sind kurz, die Ladeinfrastruktur wächst, die Batterien werden besser, langlebiger.
Gleichzeitig bleibt die Umstellung eine Herausforderung. Sie erfordert Investitionen, Lernprozesse und Geduld. Doch auch hier wirkt Effizienz als langfristiger Verbündeter – weil sie die Kosten senkt und die Versorgungssicherheit erhöht.
