Klimaprojektionen sind kein Blick in die Glaskugel – sie sind das präziseste Werkzeug, das wir haben, um die Folgen unserer Entscheidungen zu durchdenken.
Wie heiß wird es noch werden?
Gib einen Ortsnamen ein – irgendwo in Europa – und sieh, wohin sich das Klima deines Ortes bewegt: gemessen seit 1961, gerechnet bis 2050.
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(Klima-Referenzperiode)
(2015–2024)
(Messwert plus Modell-Trend)
Dunkle Linie: echte Messwerte. Die Projektion verbindet gemessene Gegenwart mit dem Trend der Modelle – bei weiterhin hohen Emissionen. Gelingt mehr Klimaschutz, fallen die Kurven flacher aus.
Nach 2050?
Die Ortsmodelle rechnen bis zur Jahrhundertmitte – danach zeigt der Weltklimarat (IPCC) drei Wege für die globale Erwärmung bis 2100 gegenüber der vorindustriellen Zeit:
Die Physik beschreibt die Wege – welchen wir gehen, entscheiden wir.
Daten und Methode
Messdaten 1961 bis heute: ERA5-Reanalyse des Copernicus Climate Change Service (ECMWF), über die Open-Meteo Historical Weather API.
Klimamodelle: CMIP6/HighResMIP (IPCC-Modellgeneration) – MPI-ESM1-2-XR (Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg), EC-Earth3P-HR (europäisches Konsortium), MRI-AGCM3-2-S (Japan); 1950–2049, Szenario SSP5-8.5, über die Open-Meteo Climate API.
Projektion: Delta-Methode – gemessene Gegenwart plus Änderungssignal der Modelle. Modelle würfeln ihr eigenes Wetter und unterschätzen europäische Hitzeextreme; das Verfahren ist Standard der Klimafolgenforschung.
Räumliche Auflösung: Alle Werte sind Flächenmittel von rund zehn Kilometern – Nachbarorte teilen sich dieselben Zahlen, Stadtstationen messen an Rekordtagen mehr.
Ausblick 2100: Weltklimarat IPCC, Sechster Sachstandsbericht (AR6), globale Mittel 2081–2100 gegenüber 1850–1900 mit wahrscheinlichen Spannen 1,3–2,4 / 2,1–3,5 / 3,3–5,7 °C; Mitteleuropa liegt darüber.
Bezugsgrößen: Referenzperiode 1961–1990 gemäß WMO; Ortszuordnung über Open-Meteo Geocoding.
Konzept und Grafik: Thomas Schmenger / medientanz.de
