Multilevel: Neuer Realismus

5. Student:innen

Im Manifesto del nuovo realismo (2012) formuliert Ferraris drei Thesen: (1) Die Welt ist unabhängig von unserem Bewusstsein; (2) Wahrheitskriterien liegen in der Korrespondenz mit Tatsachen; (3) Sprache dokumentiert, statt Wirklichkeit zu erschaffen. Gabriel ergänzt dies um einen ontologischen Pluralismus: Es gibt unzählige Sinnfelder, in denen Entitäten eigenständig bestehen. Gemeinsam opponieren sie gegen „hermeneutischen Nihilismus“ und gegen radikale Varianten des social constructivism. Zugleich distanzieren sie sich von spekulativem Realismus, weil sie kein absolutistisches Sein postulieren. Dadurch entsteht ein pragmatischer Realismus, der empirische Forschung und normative Ethik stützt.