7. Akademisch
Der Neue Realismus konvergiert mit einer post-linguistic turn Ontologie, welche die Korrespondenztheorie rehabilitiert, jedoch im Licht semiotischer und dokumentaler Bedingungen. Ferraris’ Konzept der documentality bestimmt soziale Objekte als inskriptionelle Akte, die auf vor-semantische Tatsachen referieren; er differenziert zwischen ontological realism und epistemic humility. Gabriel erweitert Husserlscher Intentionalität in eine nicht-relational verstandene „Sinnfeld-Ontologie“, wodurch Gegenstände in modalen Segmenten erscheinen, ohne auf ein universales Sein (contra Heidegger) reduziert zu werden. Die Debatte interagiert kritisch mit Speculative Realism (Meillassoux, Harman) und New Materialism, indem sie spekulative Hyperobjekte zugunsten einer pluralen Faktizität dezentriert. Empirisch motivierte Anknüpfungen reichen von der Neurowissenschaft (Noë) bis zur Digital Humanities, wo die Materialität von Datenbanken die These eines medienunabhängigen Ontischen stützt.
