Wem gehört die Zukunft der künstlichen Intelligenz?

Drei Stühle, eine Frage: Wie baut Europa seine eigene, unabhängige KI-Infrastruktur?

Beim digitalen Empowerment Studio Bonn diskutierten die Ethikprofessorin Amy von Weinsberg, der Europaabgeordnete Axel Foss (Mitverhandler des AI Act) und Sven Bleeding von der Heide, dessen Babelsberger Studio Volucap mit fünfzehn Leuten Weltmarktführer für digitale Schauspieler-Doubles ist.

Amy von Weinsberg schaut dorthin, wo selten hingeschaut wird: auf die Erde, aus der die Rohstoffe für KI kommen, und auf die Menschen, die dafür bezahlen. “Made in Europe” sei bei künstlicher Intelligenz eine Illusion, sagt sie – Mineralien, Chipproduktion und Elektroschrott folgen einer planetaren Lieferkette, meist zulasten des globalen Südens, während “die Cloud” bei uns wie ein schwereloses Wölkchen erscheint.

Statt sich am westlichen Individualrechte-Denken abzuarbeiten, plädiert sie für eine Erweiterung um Ansätze wie die Ubuntu-Ethik aus dem südlichen Afrika, die Gemeinschaft und Umweltfürsorge in den Mittelpunkt stellt. Ihr Vorschlag für Europas Rolle: frugale Innovation, cleveres Wirtschaften mit wenig – Solarpanels an Rechenzentren, deren Abwärme Gewächshäuser heizt, dazu Ausgleichspflichten für Big Tech, die Böden regenerieren.

Und immer wieder die eine Frage, die sie dem Podium entgegenhält:

Wer profitiert eigentlich von der Wunder-KI, und lohnt sich der Preis, den andere dafür zahlen?