Sven Bleeding von der Heide denkt vom Handwerk her, vom Set bis zum Server – und das macht seine Perspektive so konkret.
Echte Souveränität bedeute, die komplette Kette selbst zu besitzen, von der Kamera bis zur Distribution; sein Studio hat deshalb seit 2020 einen eigenen, mit Einverständnis der Gefilmten aufgebauten Trainingsdatensatz angelegt, während anderswo Daten im “kompletten wilden Westen” einfach eingesammelt werden.
Aus eigener Erfahrung berichtet er, dass kommerzielle Modelle wie ChatGPT einen eingebauten Bias tragen, ein Vorurteil, das Nutzer immer wieder bestätigt, weil zufriedene Kunden besser fürs Geschäft sind – deshalb trainiert er lieber unabhängige, unverzerrte Modelle selbst.
Das größte Hindernis für KI sei ohnehin nicht die Technik, sondern der Mensch: Widerstand gegen Prozessänderungen, alte Statussymbole wie der Behördenstempel, mangelnde Offenheit. Am eindringlichsten aber warnt er vor einem stillen Kollaps der Open-Source-Community – KI-generierter Spam überflute die Entwicklerinnen und Entwickler, die neunzig Prozent des Internets in ihrer Freizeit am Laufen halten, und drohe sie ins Burnout und aus dem Netz zu treiben.
