Versuchen wir eine steile These zum Einstieg: Deine momentane politische Haltung könnte auf Einflüsse zurückgehen, an dem kein einziger Mensch beteiligt war. Klingt nach einer trüben Erzählung? Nein, wir werden verstärkt beeinflußt von ungezügeltem Code. Der Historiker Yuval Noah Harari erinnert uns daran, worauf Demokratie eigentlich beruht: nicht auf der Wahlurne, sondern auf einem riesigen, andauernden Gespräch – darüber, ob wir Kriege führen oder Frieden schließen sollen, die Steuern erhöhen oder senken wollen.

Früher entschieden Zeitungen und Fernsehsender, wer an diesem Gespräch teilnehmen darf. Heute übernehmen das Algorithmen, die niemand gewählt hat und die keinen Namen tragen. Und bald, sagt Harari, sitzen Mitredner am Tisch, die nicht einmal mehr vorgeben, Menschen zu sein. Die Frage ist nicht mehr, ob das passiert. Sondern, ob du merkst, dass es längst passiert ist.
