Globale Temperaturtrends und das menschliche Verhalten
Beim Blick auf die wichtigste Messgröße, die mittlere Erdoberflächentemperatur, erweist sich die physikalische Basis der Modelle als exakt kalibriert. Eine umfassende historische Analyse wies nach, dass von 17 Großmodellen, die zwischen 1970 und 2007 von verschiedenen globalen Forschungszentren berechnet wurden, 14 Modelle nach der mathematischen Korrektur der tatsächlichen Treibhausgaseingaben keinerlei statistisch signifikante Abweichung von der Realität zeigten. Die mathematischen Gleichungen der Atmosphärenphysik stimmten punktgenau.
Abweichungen in älteren Modellen basierten fast ausschließlich auf falschen Annahmen über politische und gesellschaftliche Entwicklungen. So überschätzte der erste Weltklimabericht von 1990 die globale Erwärmung bis zum Jahr 2016 um rund 30 Prozent. Dieser Fehler lag jedoch nicht an mangelhaften physikalischen Algorithmen, sondern an einer zu pessimistischen Prognose des menschlichen Verhaltens. Das Modell rechnete mit einem ungebremsten Ausstoß von Fluorchlorkohlenwasserstoffen. Dass die Weltgemeinschaft diese Gase kurz darauf über das Montreal-Protokoll erfolgreich verbieten würde, konnte der Computer nicht wissen. Sobald man die realen Emissionsdaten in das alte Modell einspeist, schrumpft die Abweichung gegen Null. Moderne Modellgenerationen wie CMIP5 und CMIP6 bewegen sich bei der globalen Mitteltemperatur heute in einem präzisen Unsicherheitskorridor von unter fünf Prozent Abweichung zur Realität.
