Fluid Design Vortrag 15min
Mal ehrlich Nicht alles lässt sich mit einer Metapher erklären. Aber manches lässt sich mit einer Metapher endlich aussprechen. Heute geht es um Arbeit, um Zeit, um Erschöpfung, um Tränen und um all das, was in Kantinen und Konferenzräumen lieber unter dem Tisch bleibt. Dafür brauche ich nur ein einziges Bild. Einen Fluss. Einmal hinschauen Wann hast du zuletzt einen Fluss wirklich angeschaut? Nicht als Kulisse fürs Urlaubsfoto, sondern als etwas Lebendiges. Ein Fluss ist nie fertig. Das Wasser von heute Morgen schwimmt längst im Meer, und trotzdem rufen wir ihn morgen beim selben Namen. Er gräbt, schiebt Kies beiseite, verlegt seine Kurven, so behutsam, dass es an keinem einzelnen Tag auffällt. Behalte dieses Bild im Kopf. Wir werden es heute noch ein paar Mal wenden. Die Zeit der Sonne Eine kleine Zeitreise, zurück in die Jahre vor 1750. Die Uhr hing am Kirchturm, und kaum jemand schaute hinauf. Geweckt hat der Hahn, nicht das Smartphone. Gearbeitet wurde, solange es hell war, geruht, sobald es dunkel wurde. Der Winter bremste, die Ernte trieb an. Leicht war das nicht, aber der Takt kam vom Himmel und hatte menschliches Maß. Ein Fluss, der noch mäandern durfte. Der Pfiff Dann, um 1850, rollt die Industrialisierung heran, und mit ihr kommt der Pfiff. Fünf Uhr morgens, stockfinster, und über die halbe Stadt gellt eine Dampfpfeife, so schrill, dass die Spatzen vom Dach purzeln. Kein freundliches Guten Morgen, eher ein akustischer Ellbogen in die Rippen. Raus aus den Federn, rein in die Stiefel, im Gänsemarsch durchs Werkstor. Der Hahn war
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