Sport und Blutdruck

Hypertonie – also dauerhaft zu hoher Blutdruck – betrifft laut WHO über eine Milliarde Menschen weltweit. Tabletten sind oft die erste Antwort. Aber was kann Sport leisten? Und welche Art von Bewegung hilft am meisten?c

Studie 1: Das große Vergleichsrennen

Edwards et al. (2023) – British Journal of Sports Medicine
„Exercise training and resting blood pressure: a large-scale pairwise and network meta-analysis of randomised controlled trials”
British Journal of Sports Medicine, 2023

Das ist die bislang umfassendste Analyse ihrer Art. 270 randomisierte kontrollierte Studien – der Goldstandard der klinischen Forschung – mit insgesamt 15.827 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden ausgewertet. Verglichen wurden fünf Trainingsformen: Ausdauersport, dynamisches Krafttraining, kombiniertes Training, HIIT (Hochintensives Intervalltraining) und isometrisches Training.

Das überraschende Ergebnis: Die größten Blutdrucksenkungen zeigten sich nach isometrischem Training – also statischen Übungen wie Wandsitzen oder Planks – mit einer Reduktion des systolischen Werts um 8,24 mmHg und des diastolischen um 4 mmHg. Zum Vergleich: Ausdauertraining senkte den systolischen Wert um 4,49 mmHg, HIIT um 4,08 mmHg.

Kurz erklärt: Systolisch ist der obere Wert beim Blutdruck – er misst den Druck, wenn das Herz pumpt. Diastolisch ist der untere, zwischen zwei Herzschlägen.

Die Rangfolge nach Wirksamkeit für den systolischen Blutdruck: isometrisches Training (98 %), kombiniertes Training (76 %), dynamisches Krafttraining (46 %), Ausdauer (40,5 %) und HIIT (39 %).

Einschätzung: Hochwertige Netzwerk-Meta-Analyse (ein Verfahren, das mehrere Studien gleichzeitig vergleicht, auch wenn sie nicht direkt gegeneinander getestet haben). Sehr große Datenbasis. Einschränkung: Die meisten Einzelstudien darin haben kurze Laufzeiten – Langzeiteffekte über Jahre sind weniger gut belegt.