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HITZE, MENSCH UND EIN BEIFAHRER NAMENS EL NIÑO Vortragsskript, ca. 7 Minuten

HITZE, MENSCH UND EIN BEIFAHRER NAMENS EL NIÑO Vortragsskript, ca. 7 Minuten [Einstieg] Wer ist schuld am Hitzesommer? Frag zehn Leute, neun sagen: El Niño. Klingt gut, klingt nach Wissenschaft, klingt nach Ausrede. Und ist trotzdem falsch, oder besser: falsch gewichtet. Ich sag’s gleich am Anfang, damit ihr den Satz mitnehmt, auch wenn ihr gleich einschlaft: Am Steuer der Hitze sitzt seit Jahrzehnten der Mensch. El Niño hat sich diesen Sommer auf den Beifahrersitz gesetzt und ab und zu am Lenkrad gerüttelt. Mehr nicht. Merkt euch den Beifahrer. Der kommt wieder. [El Niño, ultrakurz] Kurz, ganz kurz, was El Niño überhaupt ist, für alle, die bei dem Wort bisher nur genickt haben, ohne es zu verstehen. Ich auch, lange Zeit. Am Äquator, im Pazifik, blasen normalerweise Winde warmes Wasser nach Westen, Richtung Asien. Lassen die Winde nach, bleibt die Wärme im Osten liegen, also vor der Küste Südamerikas, ungefähr auf Höhe von Peru und Ecuador, und heizt die Luft darüber auf. Das ist alles. Kein Mysterium, keine Verschwörung, nur Wind, der eine Pause macht. Und dieser Pausen-Effekt taucht unregelmäßig auf, alle zwei bis sieben Jahre, im Schnitt etwa alle vier. Gerade erleben wir einen besonders kräftigen, superstark nennen die Fachleute ihn, weil der Messwert schon jetzt über der Schwelle liegt, ab der man offiziell “sehr stark” sagen darf. Höhepunkt: irgendwann zwischen November und Januar. Dann klingt er ab, wie immer, bis zum nächsten Frühjahr. Superstark. Aber, und jetzt kommt’s: immer noch Beifahrer. [Die Klimadetektive] Jetzt wird’s spannend, versprochen. Es gibt inzwischen eine ganze Forschungsdisziplin, die […]

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