Thomas Schmenger

Thomas Schmenger lebt als Künstler und Designer in Landau/ Pfalz. Mit einem multimedialen Konzept untersucht er die Spielräume von Design, Philosophie, Kunst und Wissenschaft.

Vollmacht

Wem gehört deine Immobilie, wenn du nicht mehr entscheiden kannst? Es ist ein Gedanke, den wir gerne weit wegschieben: Was, wenn wir selbst einmal nicht mehr in der Lage sind, wichtige Entscheidungen zu treffen? Was passiert dann mit unserem Zuhause, mit dem Ort, an dem sich so viele Geschichten und Erinnerungen gesammelt haben? Und vor allem: Können unsere Kinder in dieser Situation handeln – oder sind ihnen die Hände gebunden? Die gute Nachricht: Es gibt Lösungen. Und sie sind weder kompliziert noch unerschwinglich. Es braucht nur ein wenig Mut, die Weichen rechtzeitig zu stellen. Für Immobiliengeschäfte brauchst du in diesem Fall unbedingt eine notarielle Beurkundung. Das ist nicht nur eine formale Anforderung, sondern ein gesetzlich vorgeschriebener Schutzmechanismus. Ich erkläre dir warum – und ob es trotzdem Spielräume oder Alternativen gibt. Warum ist eine notarielle Beurkundung nötig? Wenn deine Kinder im Fall deiner Geschäftsunfähigkeit mit der Immobilie handeln sollen – sei es verkaufen, belasten (z. B. mit einer Hypothek) oder übertragen – dann gelten im deutschen Recht strenge Formvorschriften: Gibt es Alternativen zur notariellen Beurkundung? Leider sind die Alternativen sehr begrenzt, weil das Grundbuchrecht sehr streng ist. Dennoch gibt es Optionen, die etwas Flexibilität geben können: Generalvollmacht mit Unterschriftsbeglaubigung Vorweggenommene Erbfolge (Schenkung mit Nießbrauch oder Wohnrecht) Testament oder Erbvertrag Warum diese Regelung sinnvoll ist Das deutsche Recht schützt damit vor Missbrauch und Fehlentscheidungen Dritter. Gerade Immobilien sind oft der größte Vermögenswert einer Person. Die notarielle Beurkundung stellt sicher: ✅ Fazit Ja, es führt kein Weg an der notariellen Beurkundung vorbei, wenn deine Kinder deine Immobilie im Fall […]

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## Wem gehört dein Haus, wenn du nicht mehr entscheiden kannst?   Es ist ein Gedanke, den wir gerne weit wegschieben: Was, wenn wir selbst einmal nicht mehr in der Lage sind, wichtige Entscheidungen zu treffen? Was passiert dann mit unserem Zuhause, mit dem Ort, an dem sich so viele Geschichten und Erinnerungen gesammelt haben? Und vor allem: Können unsere Kinder in dieser Situation handeln – oder sind ihnen die Hände gebunden?   Die gute Nachricht: Es gibt Lösungen. Und sie sind weder kompliziert noch unerschwinglich. Es braucht nur ein wenig Mut, die Weichen rechtzeitig zu stellen.   ## **Vorsorgevollmacht – der Schlüssel für den Fall der Fälle**   Mit einer **notariell beurkundeten Vorsorgevollmacht** kannst du deinen Kindern schon heute das Recht einräumen, dich im Ernstfall zu vertreten. Das bedeutet: Sie dürfen deine Immobilie **verwalten, modernisieren, vermieten oder sogar verkaufen**, falls es notwendig wird. So bleibt Handlungsspielraum, selbst wenn du ihn selbst nicht mehr hast.   Damit das funktioniert, muss die Vollmacht für Immobiliengeschäfte beim Notar **beurkundet** werden. Das klingt förmlich, gibt aber Sicherheit – dir und deinen Kindern.   ## **Was kostet das? Weniger als du denkst.**   Viele schrecken vor dem Wort „Notar“ zurück, weil sie hohe Kosten befürchten. Tatsächlich sind die Gebühren **klar geregelt** und hängen vom Vermögenswert ab.   **Beispiele aus der Praxis:**   **Bei einem Vermögen von etwa 100 000 €** zahlst du rund **180 €**.   **Bei 200 000 € Vermögen** sind es ungefähr **300 €**.   **Für 400 000 € Vermögen** rechnest du mit etwa **480 €**.   Darin enthalten sind bereits alle **Gebühren, die notarielle Beurkundung

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Tauschwesen

Der Mensch ist ein Tauschwesen, das in einem unaufhörlichen Austausch von Atem, Nahrung, Wasser, Wärme und sozialen Gaben mit der Welt existiert und dadurch zugleich seine Lebendigkeit und seine Verbundenheit erfährt.

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b

Die Logik der Endlichkeit Die Welt zeigt ihre Grenzen immer deutlicher. Der Verbrennungsmotor ist längst zum Symbol einer Ära geworden, die ihren Zenit überschritten hat. Sein Ende ist kein Verzicht, sondern eine Einladung in eine leise und saubere Zukunft. Für die Freiheit der kommenden Generationen Wir sprechen von Freiheit, doch welche Freiheit bleibt den Kindern in einer CO₂-erstickten Welt? Der Verbrenner hält uns in fossilen Fesseln. Sein Stopp eröffnet den Weg zu Mobilität, die atmen lässt. Aus Liebe zur Schönheit Der Klang alter Motoren übertönt das Zirpen der Grillen und das Lachen der Kinder. Dieselruß und Benzingeruch dürfen nicht die Luft des Fortschritts sein. Ein Verbrennerstopp ist ein poetisches Ja zur Rückeroberung unseres Lebensraums.

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Denken im Dauerrauschen

„Ich merke, wie mein Kopf erst leise wird, wenn das Handy schweigt.“ Wie bleibt unser Denken klar, wenn jede Sekunde Neues auf uns einprasselt? GedankenklarheitManchmal ertappe ich mich dabei, meinen Kalender wie ein Dauerlauf zu interpretieren – bis ein bewusster Atemzug alles stoppt. Dieses Zwischenatmen wirkt wie ein Reset-Knopf: Gedanken strecken sich, ordnen sich wie Bücher, die endlich ins Regal zurückfinden. Plötzlich erkenne ich, welche Aufgabe heute Substanz hat und welche nur laut klappert. Klarheit entsteht nicht als Geistesblitz, sondern in vielen stillen Mikro-Pausen. Es ist Praxis, keine Magie. Mentale NavigationMorgens notiere ich drei rohe Zeilen ins Journal – nichts Poetisches, nur Koordinaten für den Tag. Diese Mini-Landkarte verhindert, dass ich mich im Datensmog verliere, weil ich später nachlesen kann, wo Norden ist. Abends hake ich ab, staune über Umwege und richte meinen inneren Kompass neu aus. So wird Denken zur Reise mit bewusst gesetzten Zwischenstopps, nicht zum ewigen Treibenlassen. Entscheidungen fühlen sich dadurch weniger nach Glücksspiel an. Kreative FunkstilleMeine besten Ideen flüstern, wenn der Lautsprecher aus bleibt: Beim langsamen Kaffee ohne Podcast oder auf einer Laufstrecke, auf der nur der Asphalt antwortet. In dieser selbstgewählten Stille tanzen plötzlich Satzfetzen und Skizzenpartner zusammen, die sich sonst nie begegnen. Je leerer der Input, desto wilder das Feuerwerk – ein wunderbares Paradox. Diese Funkstille ist kein Rückzug, sondern Brutkasten. Sie liefert Geschichten, die später auch im Lärm bestehen.

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Freiraum ist der Humus der Innovation Wie viel ungebundene Zeit braucht ein Team, damit flüchtige Gedanken sich zu tragfähigen Konzepten verdichten? Mentale Brachflächen Erst wenn der Kalender nicht lückenlos gefliest ist, taucht ein Stück unbebautes Land im Kopf auf. Dort können Gedanken planlos hin- und herlaufen, bis sie auf etwas stoßen, das funkelt. Neurowissenschaftler sprechen vom „default mode network“, einem inneren Leerlauf, in dem das Gehirn leise Puzzles zusammensetzt, während wir ziellos spazieren. Diese scheinbar verlorene Zeit ist in Wahrheit Dünger für Originalität, denn Kreativität gedeiht selten unter Dauerbeschallung. Wer sich regelmäßig erlauben kann, einen Vormittag ohne Ziel zu vertrödeln, aktiviert genau jene Areale, die ungewöhnliche Verknüpfungen herstellen. Kritisch ist jedoch der Übergang: Sobald ein Geistesblitz auftaucht, braucht er rasch eine Notiz oder Skizze, sonst verdunstet er wieder. Auch Rituale helfen – etwa ein kurzes Innehalten vor Meetings, damit alle gedanklich aufräumen können. So entsteht ein innerer Spielraum, der nicht luxuriös, sondern notwendig ist. Und mit jedem Mal wächst das Vertrauen, dass Leerlauf kein Stillstand, sondern eine Einladung ist. Spielräume aus Regeln Klingt widersprüchlich, funktioniert aber: Ein knappes Budget oder ein festes Zwei-Wochen-Sprint-Fenster können Kreativität eher beflügeln als ein endloses Feld ohne Grenzen. Sobald äußere Leitplanken klar sind, sortiert sich der Fokus; Spielereien, die nicht zum Ziel führen, fallen von selbst weg. In Design-Thinking-Workshops nennt man das „Framing the Challenge“, auf Bühnen schlicht Regie. Paradoxerweise empfinden Menschen solche Limits häufig als Befreiung, weil sie den lästigen Perfektionsanspruch entschärfen. Entscheidend ist, wer die Regeln setzt und ob sie verhandelbar bleiben – nur dann verwandeln sich Vorgaben

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